Meistens kommt es anders, als man denkt

Wir hatten eigentlich einen schnellen Törn nach Lowestoft an der Englischen Ostküste geplant.Wir,das sind Bernd, Christof, Thomas und ich.(natürlich fehle ich auf dem Bild, aber einer muss ja den Chronisten geben)

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Ich hatte zwei Wochen das Wetter beobachtet und es sollten für den Hinweg  NW-liche Winde vorherrschen und nach dem Durchzug eines Tiefs sollte der Wind auf SW drehen. Also ideal zumal auch immer zwischen 15 und 20 Knoten Wind angesagt waren.Wir freuten uns auf eine Rauschefahrt. Aber wie das so ist, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wettervorhersage eintrifft liegt bei 50 Prozent und manchmal sogar darunter. Keine Glanzleistung, die die Wetterfrösche da produziert haben und der DwD lag dieses Mal am weitesten daneben.

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Unser Plan war von Andijk nach Ijmuiden zu segeln und von dort mit 270° Lowestoft direkt anzulegen und die 100 Seemeilen in knapp 20 Stunden zurückzulegen. Dort wollten wir dann ordentlich Fish and Chips futtern und nach einer ausgiebigen Nachtruhe wieder zurück  fahren. Diesmal mit raumschoten Wind und Rauschefahrt. Ziel war  das WM Finale in einer Hafenkneipe in Holland zu schauen.

Crew in Kneipe

Das Finale haben wir geschafft und später mit einer Kneipe voller holländischer und deutscher Segler den WM Titel gefeiert, der Rest ist dank des Wetters ordentlich in die Hose gegangen.

Trotzdem hatten wir fünf tolle Tage. Gesegelt haben wir auch, nur eben nicht dorthin, wo wir eigentlich hin wollten.

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Am Tag der Abreise begrüßte uns eine „Bleisee“ auf dem Ijsselmeer. Kein Lüftchen regte sich und es war binnen kurzer Zeit brütend heiß. Da wir ja nach Ijmuiden wollten, erledigte Volvo Penta der „Eiserne“ seinen Lob tadellos und brachte uns zunächst einmal mit fünf Knoten zur Schleuse nach Enkhuizen.

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Nachdem wir die Schleuse passiert hatten, regte sich ein leises Lüftchen und der Blister wurde aus dem Segelsack geholt.

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Thomas und Bernd haben diese schweißtreibende Art mit Enthusiasmus erledigt.

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Aber das Vergnügen dauerte nicht lange, denn der Wind schlief schnell wieder ein.Dass das Ding ordentlich zieht haben wir aber trotzdem heraus bekommen, denn bei fast Windstille immer noch knapp vier Knoten, will schon etwas heißen. Also hat uns der Eiseren aus dem Hause Volvo Penta auch den restlichen Weg durch das Markermeer nach Amsterdam gebracht, doch nach 10 Stunden Motorfahrt hatte keiner mehr Lust weitere drei Stundendes Ijmuiden zu tuckern, zumal auch für den folgenden Tag kein Wind angesagt war.

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Die Entdeckung des ersten Tages war am Abend die neue Marina in Amsterdam.Keine halbe Stunde hinter dem Sixthafen auf der Steuerbordseite gelegen, findet man dort eine Topanlage, hammermäßige Ausstattung mit Seitensteg und Duschen wie in einem fünf Sterne Hotel.Das alles zu moderaten Preisen mit einem tollen Blick auf den Nordseekanal inklusive.

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Christof hat sich spontan verliebt und denkt jetzt über eine Großinvestition nach 🙂

IMG_1843Wir sind allerdings der Meinung ein Segelboot steht im besser. 🙂 In der Nacht hat es dann gekachelt wie man es selten erlebt. Die Casa Nova war gut vertäut und so konnten wir sehen, wie draußen der Bär getanzt hat. Windstärken um die 10 bft dazu Blitze dass es taghell wurde.Der Hafenmeister hat am nächsten Tag erzählt dass er so etwas noch nicht erlebt habe. Uns hat das nicht gestört und deshalb sind wir am nächsten Morgen zeitig Richtung Ijmuiden aufgebrochen.

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Da im Nordseekanal Motorpflicht herrscht, hat es uns auch nicht gestört, dass kein Wind war.Die Reise durch den Hafen von Amsterdam ist es allemal wert mit Motor zu fahren.

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Unterwegs haben wir dann die „Keuko“, eine 70 Meter Feadship auf dem Weg nach Amsterdam getroffen. Das Schiff wird wohl in ein paar Wochen an seinen neuen Eigner ausgeliefert und hatte die Seatrails erfolgreich absolviert.So verging die Fahrt nach Ijmuiden wie im Flug, denn wir hatten immer wieder etwas zu schauen. Ein Tanker, der von zwei Schleppern in den Hafen bugsiert wurde, oder ein riesige Autotransporter, der beim Vorbeifahren die Sonne verdunkelte. 🙂

In Ijmuiden haben wir getankt und sind dann raus auf die Nordsee.

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England war aufgrund unseres Zeitplans und der angesagten Winde nicht zu schaffen und deshalb haben wir Texel angelegt.

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Eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben, denn auf einmal kam Wind auf und die Casa Nova marschierte mit 10,7 Knoten Fahrt über Grund in Richtung Texel.

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Der Schlag hatte alles, was beim segeln Spass macht, und Christof wollte von seinem Stammplatz gar nicht mehr weg.

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Einer Bavaria auf gleichem Kurs haben wir auch noch ordentlich die Hacken gezeigt und die Stimmung an Bord war bombenmäßig. Thomas hat auch noch den Kochlöffel geschwungen und so war alles an diesem Tag perfekt. Eine kleine Überraschung hatte der Wettergott für uns an diesem Tag aber doch noch parat. Kurz vor der Einfahrt in das Schulpengat hatten wir plötzlich Seenebel. Aber dank Kartenplotter, Radar und guten Augen haben wir auch dieses Problem souverän gemeistert.

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Auf Texel gab es nach einem perfekten Segeltag den obligatorischen Anleger auf der Terrasse des Hafenrestaurants mit Ausblick auf die Nordsee und Bernd entpuppte sich als „Weichei“ 🙂

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Pläne sind ja bekanntlich dazu da verworfen zu werden und so starb unser Plan durch das Scheurrak nach Vlieland zu fahren in der absoluten Windstille.Stattdessen sind wir weiter durch den Texelstrom nach Makkum gefahren, wo wir dann die erste Halbzeit des WM Spiels um den dritten Platz geschaut haben. Als sogar die Holländer den Saal fluchtartig verlassen haben, war es auch für uns Zeit zur Casa Nova zu gehen und den Abend bei Rotwein im Cockpit ausklingen zu lassen.

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Unser Diätfrühstück stimmte uns auf den Tag ein und um 10 hieß es dann Leinen los. Nachdem uns das Ijsselmeer wieder hatte, revanchierte sich der Wettergott  mit Kaiserwetter. 20 Knoten Wind, blauer Himmel und alles was das Seglerherz höher schlagen läßt. Unser Ziel war Enkhuizen, denn wir wollten noch einen langen Schlag über das IJsselmeer machen und am Abend das Finale gucken.

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Wir haben lange gekämpft die Casa Nova auf über acht Knoten zu bekommen, doch diesmal war bei 7,97 Knoten  Schluss. Trotzdem hatten wir Spass und man hatte das Gefühl, auch das Schiff wollte zeigen, was in ihm steckt.

IMG_1946Manche Welle kam über und Thomas hat es doch tatsächlich geschafft die Seereling durchs Wasser zu ziehen.

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In Enkhuizen hatten wir alle das Grinsen im Gesicht, waren rechtzeitig in den Ausgehklamotten und haben das Finale geschaut. Bis vier Uhr haben dann die Feierlichkeiten gedauert. Anfangs in der Kneipe später im Nachbarcockpit einer Bavaria 46 mit einer Dortmunder Studentencrew.  Christof ist noch ein Megaschuss von der Casa Nova gelungen.

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Danke dafür. Am Morgen musterte Christof in Enkhuizen ab, denn er musste zurück nach Hamburg.Wir haben die Casa Nova nach Hause zurück gebracht und noch einmal drei Stunden Segelspass pur erlebt.

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Die Ausfahrt unter Segeln aus Enkhuizen hatte etwas Magisches. Der Törn danach war noch einmal reinstes Vergnügen. Für uns alle ist klar: Den Törn nach England holen wir nach. Vielleicht wird es dann Londen, denn die Casa Nova vor der Towerbridge wäre schon ein Superschuss.

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Die Tage mit den Jungs haben gepasst. Wir hatten trotz widriger Umstände eine Menge Spass und gesegelt sind wir auch. Dank auch an Christof, der einige Fotos beigesteuert hat, an Thomas für seine virtuose Art den Kochlöffel zu schwingen und Bernd, der immer dann wenn Not am Mann war hilfreich zur Stelle war, und den Törn nach England holen wir nach. Soviel ist sicher. 🙂

 

 

 

 

 

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