Sommer im November

Hätte ich es nicht selber erlebt, ich hätte gesagt; da will mir einen einen Bären aufbinden. Blauer Himmel und 20 ° und das im November auf dem IJsselmeer; unfassbar. Ein englischer Stegnachbar meinte dazu nur: “ If it is like this, I like climate change“ 🙂

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Thomas und ich hatten uns auf einen gemütlichen Törn nach Hindeloopen eingestellt. So kurz vor dem Saisonende sollte es dort noch einmal zum Kibbeling essen im alten Stadthafen gehen. Wie es aber immer ist, wenn ich in dieser Saison nach Hindeloppen wollte, kam es anders als geplant.Zunächst war einmal das Wetter super. Drei bis vier Windstärken, liessen die Casa Nova  gut mit raumschoten Wind fahren.

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Ein leichter Winddreher brachte dann richtig Fahrt als das Groß auch noch ins Geschehen eingreifen konnte.6,5 Knoten Fahrt waren eine gemütliche Geschwindigkeit, die uns zügig in Richtung Hindeloopen laufen ließ.

Nun ist Thomas aber auch noch der Vorsitzende meines Segelclubs des KSC aus Kaarst. Deshalb mutiert die Casa Nova immer dann wenn er an Bord is,  zur „KSC 1“. 🙂

Einige Vereinsmitglieder waren an diesem Wochenende auch auf Törn und wie der Teufel so spielt, kurz vor der Ansteuerungsonne Hindeloopen bekam Thomas eine SMS, das die Truppe mit elf Booten in Medemblik ist. Klar das wir eine Halse fuhren, um uns der Truppe anzuschließen und wieder war es nichts mit Kibbeling 🙂 Auf Gegenkurs machte die Casa Nova noch einmal richtig Fahrt.

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Steuerhund Moritz passte auf, dass der Autopilot auch alles richtig macht und wir machten gute Fahrt in Richtung Medemblik.

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Auf halber Strecke zogen dann zwar dunkle Wolken auf, doch es blieb überwiegend trocken und die Regenklamotten waren umsonst zum Einsatz gekommen. In Medemblick wurden wir dann mit großem Hallo begrüßt und es wurde auf den diversen Booten bis spät in die Nacht, bei einigen war es auch früher Morgen, gefeiert und zusammen gesessen.

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Der nächste Morgen brachte dann einen von den Tagen, für die es sich lohnt früh aufzustehen.

Gegen Mittag sind wir dann noch bei fünf bis sechs Windstärken in Richtung Enkhuizen gesegelt. Die Casa Nova zeigte noch einmal, was in ihr steckt und wir haben 8,5 Knoten über Grund geloggt. Da hat die alte Dame noch einmal richtig Gas gegeben und gezeigt, was in ihr steckt. Deshalb hatte sie sich auch die Pause am Winterliegeplatz in Andijk redlich verdient.

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Vielleicht schaffen wir ja noch den einen oder anderen Törn bis die Casa Nova Ende November ins Winterlager geht. „Schaun mer mal.“ 🙂

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Zum Tod von Klaus Murmann

Treffender hätte man es nicht sagen können.

http://www.yacht.de/panorama/news/zum-tod-von-klaus-murmann/a92323.html

RIP Chef

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Die liebe Bastelei

Ein Freund hat einmal ein Zitat gesagt, segeln sei an den schönsten Orte der Welt sein Schiff zu reparieren. Recht hat er, was mir nur fehlt sind die schönsten Ort. Trotzdem vom schrauben und flicken kann ich auch in dieser Woche ein Lied singen.

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Zunächst hat mein Radar herum gesponnen. Das Ergebnis steht noch aus, aber irgendwie läuft das Ding nach undurchdringlichen Wegen der Selbstheilung wieder.

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Nachdem Stephan die Elektronikleiste auseinander genommen hatte, haben wir auch noch den Funk repariert. Jetzt klappt auch die Automatische Positionsübertragung , denn die NEMEA Weiche funktioniert wieder. Eingebaut hatte das Bauteil, das ein Seatalksignal in ein NEMEA Signal umwandelt, ein Olympionike, das sind die Leute, die jeden vierten Arbeitsschritt auslassen und deren Arbeitsergebnisse immer im Vierertakt ausfallen. Das Teil hatte der Voreigner einbauen lassen, die Verkabelung war aber so ungenügend, dass die Weiche nicht funktionieren konnte. Jetzt ist alles gerichtet und das Ding läuft wie geschmiert.Ich sag ja jeder sollte einen Stephan im Freundeskreis haben. der hat seinem Ruf als Gott des Messgerätes wieder alle Ehre gemacht. Danke

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Delta Loydt 24 Stunden Rennen

Wir haben es getan, haben am 24 Stunden Rennen rund IJsselmeer teilgenommen und hatten jede Menge Spaß, meistens zumindest.Wir dass sind Thomas,Barbara, Bernd, Eva und Norbert. Mit der „Casa Nova“ war zwar klar, dass wir sowieso keine Chance hatten, aber der Spass war es wert und die Abschlussparty sowieso.

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Aber zunächst einmal von vorne. Das 24 Stunden Rennen rund IJsselmeer, richtig heißt es Dellta Lloyd 24 Uurs Zeilrace, ist eines der ganz großen Regatten in Holland.Hier segelnProfis und Amateure zusammen und alle haben mächtig Spass. In diesem Jahr wurde das Seglerfest zum 50. Mal ausgetragen und knapp 700 Schiffe sind an den Start gegangen. Der Modus ist denkbar einfach. Wer in 24 Stunden die meisten Meilen schafft hat gewonnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass man bestimmte Wege nur einmal fahren darf, andere nur zwei oder drei Mal.

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Begrenzt wird der Kurs von den regulären Fahrwassertonnen des IJsselmeeres, des Markermeeres und der Waddensee. Diese Tonnen muss man in einer vorgegebenen Weise runden, nur dann zählt der Weg.Damit alles recht fair zugeht erhält jedes Schiff ein Rating und dann ist die Rennziege mit dem Familiendampfer vergleichbar.

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Start war für uns in Medemblick direkt gegenüber vom Heimathafen der Casa Nova in Andijk. Am Start mussten wir noch die Nachtbeleuchtung vorführen. Das war zufälliger Weise so geschickt getimt, dass wir fast einen Nullstart hinlegen konnten. In unserer Gruppe starteten ungefähr 40 Boote unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Taktiken.

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Thomas, unser Navigator, hatte auf die richtige Kurslinie gesetzt,als er nicht dem Pulk hinterher fahren wollte und auf den direkten Weg setzte. Bis zur ersten Tonne haben wir dann auch noch kräftig mitgemischt.

Dann gab es das erste Mal kräftig eins auf die Mütze.

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Ziemlich schnell schoss die Windgeschwindigkeit nach oben und die Böenwalze rollte über uns hinweg. Einige Skipper wurden überrascht und schossen unter Genacker in den Wind., aber es gab glücklicherweise keinen Bruch.

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Wir hatten uns für die südliche Runde entschieden und wollten direkt nach Enkhuizen, dort durch die Schleuse und von da aus ins südliche Markermeer. Bei angesagtem Nordwestwind eine logische Taktik, aber der Wind machte nicht das, was er sollte, aber dazu später mehr.

Hinter der Schleuse haben wir noch schnell eine Birne im Backbord Positionslicht getauscht, wozu hat man mit Bernd auch einen Ingenieure an Bord, dann ging es los. Zuerst wurde es etwas chaotisch, weil die Starter aus dem Süden uns entgegen kamen, und die Entgenkommer ständig auf der falschen Fahrwasserseite auftauchten, aber schlussendlich haben wir es dann gemeinsam geschafft. Ich war schweißnass, Barbara und Eva die Ruhe selbst und Thomas hat erst einmal Häppchen gereicht.

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Klar wollte keiner den Wachrhythmus einhalten, zu aufregend war die Nachtfahrt, doch bald lagen die ersten dann doch in Morpheus Armen.

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Die Regatta versaut hat dann der Skipper und das gründlich. Eine verdammte südliche Wendetonne habe ich einfach nicht gefunden, wie sich später herausstellte war sie auch nicht auf der angegebenen Position, aber eine navigatorische Meisterleistung meinerseits war das nicht. Schwamm drüber Thomas hat es dann nachdem er wieder an Deck war gerichtet und die verdammte Tonne dann mit detektivischem Spürsinn gefunden.

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Die Zeit, die wir dabei verloren haben machte sich nicht nur im Meilenergebnis bemerkbar, sondern führte auch dazu, dass wir den wechselnden Wind verpasst haben und fast drei Stunden bei mehr oder weniger Flaute im südlichen Markermeer fest saßen. Wind gab es nur am Rand von Gewittern und dabei wurden wir immer  ganz nett geduscht. Sorry Leute mea culpa, beim nächsten Mal klappt das besser. Gegen Mittag sind wir dann aus dem Markermeer wieder ins IJsselmeer geschleust.

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Der Himmel so irgendwie komisch aus und wird haben vorsichtshalber die Segel gekürzt.Ich weis dass man das auf einer Regatta nicht macht, aber mir war die Vorsicht lieber als die Nachsicht, denn ansonsten wird das meistens richtig teuer.Wir haben dann auch wieder einen auf die Mütze bekommen, aber der Casa Nova hat das mit gerefften Segeln nichts ausgemacht.

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Nach der Gewitterbös wird es dann aber noch einmal richtig tolles segeln. Der Wind kam richtig und wir sind mit rund 7,5 Knoten noch ordentlich Meilen gefahren. Leider setzte der Wind zu spät ein, so dass wir auf halben Weg nach Makkum die Abkürzung nehmen mussten und so einige Meilen verschenkt haben.

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Gestört hat es uns nicht, denn wir hatten nur eingeschränkten Ehrgeiz, aber trotzdem war das ein tolles Erlebnis.

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Am Ziel haben wir dann das erlebt, was eine 24 Stundenregatta unvergesslich macht. Rund 600 Boote beenden fast gleichzeitig das Rennen und müssen einen abschließenden Dreieckskurs fahren. Diese Bilder vergießt man nicht und man ist schlagartig wach.

 

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Wir haben es geschafft die Casa Nova im richtigen Zeitfenster über die Ziellinie zu fahren und deshalb ziert jetzt eine Plakette die Navigationsecke.( wir sind die ganz links außen)

 

Den letzten Adrenalinkick gibt es dann bei der Einfahrt in den Hafen nach Medemblick. Eine ganze Stadt ist auf den Beinen, um die Teilnehmer zu begrüßen, die alle in den Stadthafen nach Medemblik einlaufen.

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Das ist Ausnahmezustand pur und treibt den Skippern die Schweißperlen auf die Stirn. Ich glaube kein Eigner hat diesen Teil der Regatta nicht selbst gesteuert und krampfhaft das Ruder gehalten.

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Am Ende kann man den idyllischen Stadthafen dann über das Wasser queren, ohne sich die Füße nass zu machen. Aber es geht in der Regel ohne Bruch aus.

Mehr tolle Bilder gibt es auf der Seite des Delta Lloyd 24 Uurs Rennen unter Fotos oder auf  https://www.flickr.com/photos/kustzeiler/14825741388/in/set-72157646771644145.

Danke an die Crew, ihr habt das toll gemacht und hoffentlich klappt es im nächsten Jahr wieder.

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Sommerimpressionen aus Enkhuizen

Zum segeln war uns zu viel Wind, denn es blies mit über 40 Knoten. Deshalb sind auch wir „im Körbchen“ geblieben und haben die Kamera geschultert.

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Da wird sich ja wohl einer finden

http://rettung-klassischer-yachten.com/2014/08/14/likedeeler-65-kr-von-rathje/

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Segelwoche bei „Strahlewetter“

Eine Woche Segeln pur. Kein Stress, keine Termine aber auch kein Bier in grünen Flaschen 🙂 . Der Auftakt war mehr als durchwachsen. Am ersten Tag begrüßte uns das IJsselmeer mit Nieselregen, aber das machte nichts, denn die Wetteraussichten waren prima; und dieses Mal hatten die Meteorologen recht. Den Rest der Woche blieb es überwiegend schön. An einem Tag war es sogar so heiß, dass man es nur im Wasser aushalten konnte.

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Zwar kam der Wind, wie in diesem Jahr so oft mal wieder aus der falschen Richtung, aber wir hatten ja Zeit und deshalb  setzten wir Segel in Richtung Süden. Dieser spontane Entschluss hat sich gelohnt, denn die Casa Nova machte richtig Fahrt. Mit rund acht Konten ging es von Andijk in Richtung Urk wo wir trotz einiger Kreuzschläge nach rund 2,5 Stunden ankamen.

IMG_2020Urk hat sich in den letzten Jahren verändert. Wir haben den Hafen lange gemieden, weil ich zum Beginn meiner Segelzeit auf dem IJsselmeer dort schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Erst als unsere Tochter mit gesegelt ist, haben wir den Sandstrand nicht mehr ignorieren können und dort wider Erwarten tolle Erfahrungen gemacht. Nette Leute, ein tolles Ambiente und heute gibt es einen Hafen, der keine Wünsche offen lässt. Das hat dazu geführt, dass wir nun schon seit 14 Jahren regelmäßig in Urk Station machen.

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Trotz Tourismus ist Urk ursprünglich geblieben. In einigen Gassen hat man das Gefühl die Uhr ist stehen geblieben und die Urker seien immer noch die Herrscher der Reusen und Fangnetze der Zuidersee, dem ehemaligen Meeresarm zwischen Amsterdam und der Nordsee.

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Der Leuchtturm auf der seewärtigen Spitze Urks ist auch heute noch eine wichtige Orientierungshilfe bei der Navigation und bei Urlaubern auch deshalb beliebt, weil er einer der wenigen noch bewohnten Leuchttürme Europas ist. Ein Besuch lohnt sich, denn auch das Leuchtturmwärterhaus bietet einen unverfälschten Einblick in eine Welt, die man ansonsten nur aus alten Filmen kennt.

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Matrose Moritz gefiel unser Liegeplatz direkt am Kai in Urk besonders gut.Freier Blick von seinem Lieblingsplatz auf den Anleger, der Abends als Promenade der Einheimischen dient.Er genoss die Aufmerksamkeit, die ihm sein exponierter Platz direkt im Blickfeld der Spaziergänger verschaffte.

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Deshalb ist auch für einen kleinen schwarzen Hund Urk eine Reise wert, zumal wenn man abends auch noch solch einen Sonnenuntergang geboten bekommt.

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Trotz starkem Nordostwind von nahezu 30 Knoten sind wir am nächsten Tag weiter gefahren.Unser Ziel lautete eigentlich Makkum, aber die kurze IJsselmeerwelle hat der Crew zu schaffen gemacht. Die Casa Nova hat sie zwar souverän gemeistert aber die andauernden kurzen Schläge ins Kreuz und den verlängerten Rücken wurden dann doch unangenehm.So sind wir in Stavoren zuerst in den Stadthafen gefahren. Dort war es aber so voll, dass wir eine Box in der Außenmarina vorgezogen haben. Wir hatten Glück, denn der freundliche Hafenmeister hat uns eine Box zugeteilt, die einen Seitensteg hatte und  so das Ein-und Aussteigen wieder extrem bequem wurde.

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Der Liegeplatz in Stavoren stellte sich auch deshalb als Glücksgriff heraus, weil es am nächsten Tag mit 34° C und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit so warm wurde, das an Segeln nicht zu denken war. Selbst der wasserscheue Matrose nahm ein Abkühlungsbad im IJsselmeer und hatte dabei seinen Spass. Na ja, als er nicht mehr stehen konnte, siegte die Faulheit und Moritz kraulte zurück, bis er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

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Der Abend verwöhnte und mit einem tollen Sonnenuntergang.

(auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern)

Auch der nächste Tag war so heißt, dass wir es vorgezogen haben im Ijsselmeer zu baden und zu faulenzen, denn auch der Wind schlief ein.

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Der abendliche Wetterbericht versprach dann für den nächsten Tag ein kurzes Wetterfenster mit etwas Wind und anschließendem Regen. Da Matthias und Antje für das Wochenende an Bord kommen wollten, nutzten wir die Gelegenheit  zu unserem Treffpunkt  nach Andijk fahren. 20140712_181214  IMG_1953

Wir haben es gerade noch geschafft trockenen Fusses ans Ziel zu kommen. Dann duschte es kurz und heftig wie in den Tropen aus dem Himmel. Der Abend war aber wieder wie aus dem Bilderbuch.

Zum Abschluss der Segelwoche auf dem IJsselmeer haben uns dann Matthias und Antje besucht. Auch hier hat der Wettergott mitgespielt und uns noch einmal ein perfektes Wochenende geschenkt.

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Es hat Spass gemacht und Wetter, Wind und Stimmung haben perfekt gepasst und die selbst gemachten Dips von Antje waren eine Granate. 🙂

 

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Woche der Sonnenuntergänge

Diese Galerie enthält 25 Fotos.

Seltenes Spiel der Farben auf dem Wasser. Eine Woche segeln wie im Kitschland. Hätte ich es nicht selbst fotografiert, ich hätte gesagt: „Danke Photoshop“. Aber hier ist nichts retuschiert; versprochen.

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Meistens kommt es anders, als man denkt

Wir hatten eigentlich einen schnellen Törn nach Lowestoft an der Englischen Ostküste geplant.Wir,das sind Bernd, Christof, Thomas und ich.(natürlich fehle ich auf dem Bild, aber einer muss ja den Chronisten geben)

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Ich hatte zwei Wochen das Wetter beobachtet und es sollten für den Hinweg  NW-liche Winde vorherrschen und nach dem Durchzug eines Tiefs sollte der Wind auf SW drehen. Also ideal zumal auch immer zwischen 15 und 20 Knoten Wind angesagt waren.Wir freuten uns auf eine Rauschefahrt. Aber wie das so ist, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wettervorhersage eintrifft liegt bei 50 Prozent und manchmal sogar darunter. Keine Glanzleistung, die die Wetterfrösche da produziert haben und der DwD lag dieses Mal am weitesten daneben.

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Unser Plan war von Andijk nach Ijmuiden zu segeln und von dort mit 270° Lowestoft direkt anzulegen und die 100 Seemeilen in knapp 20 Stunden zurückzulegen. Dort wollten wir dann ordentlich Fish and Chips futtern und nach einer ausgiebigen Nachtruhe wieder zurück  fahren. Diesmal mit raumschoten Wind und Rauschefahrt. Ziel war  das WM Finale in einer Hafenkneipe in Holland zu schauen.

Crew in Kneipe

Das Finale haben wir geschafft und später mit einer Kneipe voller holländischer und deutscher Segler den WM Titel gefeiert, der Rest ist dank des Wetters ordentlich in die Hose gegangen.

Trotzdem hatten wir fünf tolle Tage. Gesegelt haben wir auch, nur eben nicht dorthin, wo wir eigentlich hin wollten.

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Am Tag der Abreise begrüßte uns eine „Bleisee“ auf dem Ijsselmeer. Kein Lüftchen regte sich und es war binnen kurzer Zeit brütend heiß. Da wir ja nach Ijmuiden wollten, erledigte Volvo Penta der „Eiserne“ seinen Lob tadellos und brachte uns zunächst einmal mit fünf Knoten zur Schleuse nach Enkhuizen.

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Nachdem wir die Schleuse passiert hatten, regte sich ein leises Lüftchen und der Blister wurde aus dem Segelsack geholt.

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Thomas und Bernd haben diese schweißtreibende Art mit Enthusiasmus erledigt.

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Aber das Vergnügen dauerte nicht lange, denn der Wind schlief schnell wieder ein.Dass das Ding ordentlich zieht haben wir aber trotzdem heraus bekommen, denn bei fast Windstille immer noch knapp vier Knoten, will schon etwas heißen. Also hat uns der Eiseren aus dem Hause Volvo Penta auch den restlichen Weg durch das Markermeer nach Amsterdam gebracht, doch nach 10 Stunden Motorfahrt hatte keiner mehr Lust weitere drei Stundendes Ijmuiden zu tuckern, zumal auch für den folgenden Tag kein Wind angesagt war.

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Die Entdeckung des ersten Tages war am Abend die neue Marina in Amsterdam.Keine halbe Stunde hinter dem Sixthafen auf der Steuerbordseite gelegen, findet man dort eine Topanlage, hammermäßige Ausstattung mit Seitensteg und Duschen wie in einem fünf Sterne Hotel.Das alles zu moderaten Preisen mit einem tollen Blick auf den Nordseekanal inklusive.

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Christof hat sich spontan verliebt und denkt jetzt über eine Großinvestition nach 🙂

IMG_1843Wir sind allerdings der Meinung ein Segelboot steht im besser. 🙂 In der Nacht hat es dann gekachelt wie man es selten erlebt. Die Casa Nova war gut vertäut und so konnten wir sehen, wie draußen der Bär getanzt hat. Windstärken um die 10 bft dazu Blitze dass es taghell wurde.Der Hafenmeister hat am nächsten Tag erzählt dass er so etwas noch nicht erlebt habe. Uns hat das nicht gestört und deshalb sind wir am nächsten Morgen zeitig Richtung Ijmuiden aufgebrochen.

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Da im Nordseekanal Motorpflicht herrscht, hat es uns auch nicht gestört, dass kein Wind war.Die Reise durch den Hafen von Amsterdam ist es allemal wert mit Motor zu fahren.

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Unterwegs haben wir dann die „Keuko“, eine 70 Meter Feadship auf dem Weg nach Amsterdam getroffen. Das Schiff wird wohl in ein paar Wochen an seinen neuen Eigner ausgeliefert und hatte die Seatrails erfolgreich absolviert.So verging die Fahrt nach Ijmuiden wie im Flug, denn wir hatten immer wieder etwas zu schauen. Ein Tanker, der von zwei Schleppern in den Hafen bugsiert wurde, oder ein riesige Autotransporter, der beim Vorbeifahren die Sonne verdunkelte. 🙂

In Ijmuiden haben wir getankt und sind dann raus auf die Nordsee.

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England war aufgrund unseres Zeitplans und der angesagten Winde nicht zu schaffen und deshalb haben wir Texel angelegt.

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Eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben, denn auf einmal kam Wind auf und die Casa Nova marschierte mit 10,7 Knoten Fahrt über Grund in Richtung Texel.

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Der Schlag hatte alles, was beim segeln Spass macht, und Christof wollte von seinem Stammplatz gar nicht mehr weg.

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Einer Bavaria auf gleichem Kurs haben wir auch noch ordentlich die Hacken gezeigt und die Stimmung an Bord war bombenmäßig. Thomas hat auch noch den Kochlöffel geschwungen und so war alles an diesem Tag perfekt. Eine kleine Überraschung hatte der Wettergott für uns an diesem Tag aber doch noch parat. Kurz vor der Einfahrt in das Schulpengat hatten wir plötzlich Seenebel. Aber dank Kartenplotter, Radar und guten Augen haben wir auch dieses Problem souverän gemeistert.

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Auf Texel gab es nach einem perfekten Segeltag den obligatorischen Anleger auf der Terrasse des Hafenrestaurants mit Ausblick auf die Nordsee und Bernd entpuppte sich als „Weichei“ 🙂

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Pläne sind ja bekanntlich dazu da verworfen zu werden und so starb unser Plan durch das Scheurrak nach Vlieland zu fahren in der absoluten Windstille.Stattdessen sind wir weiter durch den Texelstrom nach Makkum gefahren, wo wir dann die erste Halbzeit des WM Spiels um den dritten Platz geschaut haben. Als sogar die Holländer den Saal fluchtartig verlassen haben, war es auch für uns Zeit zur Casa Nova zu gehen und den Abend bei Rotwein im Cockpit ausklingen zu lassen.

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Unser Diätfrühstück stimmte uns auf den Tag ein und um 10 hieß es dann Leinen los. Nachdem uns das Ijsselmeer wieder hatte, revanchierte sich der Wettergott  mit Kaiserwetter. 20 Knoten Wind, blauer Himmel und alles was das Seglerherz höher schlagen läßt. Unser Ziel war Enkhuizen, denn wir wollten noch einen langen Schlag über das IJsselmeer machen und am Abend das Finale gucken.

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Wir haben lange gekämpft die Casa Nova auf über acht Knoten zu bekommen, doch diesmal war bei 7,97 Knoten  Schluss. Trotzdem hatten wir Spass und man hatte das Gefühl, auch das Schiff wollte zeigen, was in ihm steckt.

IMG_1946Manche Welle kam über und Thomas hat es doch tatsächlich geschafft die Seereling durchs Wasser zu ziehen.

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In Enkhuizen hatten wir alle das Grinsen im Gesicht, waren rechtzeitig in den Ausgehklamotten und haben das Finale geschaut. Bis vier Uhr haben dann die Feierlichkeiten gedauert. Anfangs in der Kneipe später im Nachbarcockpit einer Bavaria 46 mit einer Dortmunder Studentencrew.  Christof ist noch ein Megaschuss von der Casa Nova gelungen.

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Danke dafür. Am Morgen musterte Christof in Enkhuizen ab, denn er musste zurück nach Hamburg.Wir haben die Casa Nova nach Hause zurück gebracht und noch einmal drei Stunden Segelspass pur erlebt.

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Die Ausfahrt unter Segeln aus Enkhuizen hatte etwas Magisches. Der Törn danach war noch einmal reinstes Vergnügen. Für uns alle ist klar: Den Törn nach England holen wir nach. Vielleicht wird es dann Londen, denn die Casa Nova vor der Towerbridge wäre schon ein Superschuss.

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Die Tage mit den Jungs haben gepasst. Wir hatten trotz widriger Umstände eine Menge Spass und gesegelt sind wir auch. Dank auch an Christof, der einige Fotos beigesteuert hat, an Thomas für seine virtuose Art den Kochlöffel zu schwingen und Bernd, der immer dann wenn Not am Mann war hilfreich zur Stelle war, und den Törn nach England holen wir nach. Soviel ist sicher. 🙂

 

 

 

 

 

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Sonne, Wind und Kaiserwetter

Das lange Wochenende hat gehalten, was der Wetterbericht versprochen hatte. Sonne, Wind und Kaiserwetter.

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Herrliches segeln auf dem Ijsselmeer mit 4-5 Bft. dazu blauer Himmel und Temperaturen um die 20 Grad.Ein paar Wolken waren zwar auch am Himmel, aber es ist trocken geblieben. IMG_1743 IMG_1745 IMG_1746

In Enkhuizen haben wir eine Bestevaer getroffen. Der stolze Eigner hat dieses Schiff relativ neu und war mit Recht stolz auf das Prachtstück von KM Yachtbau aus Makkum. Dieses Schiff hat der legendäre holländische Yachtdesigner Gerd Dijkstra für sich privat gezeichnet. Man kann ihn mit etwas Glück mit einem Schwesterschiff dieser Yacht in den Häfen der holländischen Küste treffen.  Morgens sah es am Frohnleichnamswochenende zwar oft nach Regen aus, doch der Nordwestwind hat den Regen immer von uns weg geblasen.

IMG_0045 IMG_0047 So war Segelspass pur angesagt und die Casa Nova hat auf unserem Weg kreuz und quer durch das IJsselmeer in der Spitze knappe acht Knoten geloggt. In Enkhuizen haben wir dann noch Oliver Haase mit Familie und die Neptunine getroffen. Er hat das erste Bild der Casa Nova unter Segeln beim Auslaufen aus dem Stadthafen gemacht.Danke dafür.

CASA NOVA unter Segeln

Foto:Oliver Haase

Eigentlich hatte ich befürchtet, dass man an diesem Wochenende das IJsselmeer trockenen Fusses überqueren kann indem man von Yacht zu Yacht springt, aber es ging.König Fußball hat wohl seinen Tribut gefordert und so haben wir selbst im Stadthafen von Stavoren einen Platz direkt an der Kaimauer gefunden., IMG_1782 IMG_1781 IMG_1780 Der Stadthafen von Stavoren entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingshafen, denn hier trifft man immer wieder die Segler, die ihre Schiffe auch nutzen. So auch dieses Mal. ein älteres Ehepaar mit zwei Hunden an Bord kreuzt im Sommer über die Nordsee und das IJsselmeer. An diesem Wochenende machten sie im Hafen von Stavoren Station. Hundespaziergang ist nun einmal die Beste Möglichkeit neue  Leute kennen zu lernen. IMG_1749 Moritz fand die junge Hündin klasse und so kamen wir mit den Hundebesitzern ins Gespräch.Der Skipper hatte auch einen Geheimtipp in Sachen Kibbeling parat. So haben wir einen „Hammer“ Kibbeling direkt neben dem Hafenmeisterbüro gegessen. IMG_1783Beim Abendspaziergang mit dem Hund auf dem Deich zeigte sich das IJsselmeer von seiner romantischen Seite. Der Sonnenuntergang war in gewisser Weise „Florida like“ und die markanten Häuser an der Hafeneinfahrt wirken im Gegenlicht fast wie chinesische Pagoden. IMG_1785Für alle Hollandsegler zum Schluss noch ein Tip. Die neue Schleuse in Stavoren ist fertig. Sie wird wohl ab 01.Juli in Betrieb genommen und ist ein echtes Meisterstück niederländdischen Wasserbaus. IMG_1756 Die beiden Schleusenkammern fügen sich nahtlos in die Landschaft ein. Man hat den Eindruck die Schleuse wäre immer so gewesen. IMG_1761 Im zweiten Hafenbecken gibt es Schwimmsteiger, die problemlos vom Boot aus erreicht werden können. Festmachen dürfte kein Problem mehr sein. Das neue Schleusenhaus ist architektonisch echt gelungen. Es setzt einen modernen Akzent zum Wasser und in den Fenstern spiegelt sich die Umgebung.

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Die langen Wartezeiten an der Stavorenschleuse scheinen endgültig passe zu sein.

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Alte Schleusenkammer

Für diejenigen, die mehr über den Bau und das Projekt wissen wollen,gibt es ab dem 01.Juli eine Ausstellung mit Bildern im Untergeschoss des Schleusenturm. IMG_1766

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